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Friday, December 2nd  
Fanmarsch, Tradition, Stimmung - und eine kleine Invasion be

Fanmarsch, Tradition, Stimmung - und eine kleine Invasion be
17.07.22 - Es war einmal ein Abend, den der SV W├Âlf nicht besser h├Ątte malen k├Ânnen. Bestes Fu├čballwetter, einzigartige Atmosph├Ąre, buntes Treiben mit vielen Aktivit├Ąten - und eine volle H├╝tte mit 2.000 Zuschauern. Dass Eintracht Frankfurts Traditionsmannschaft bei den Alten Herren des SV W├Âlf mit 15:3 (5:3) gewann, war eher zweitrangig. OSTHESSEN/NEWS war vor Ort und hat eine Reportage erstellt.

Quelle: Osthessen-news.de Toller Artikel und super fotos

Die eigentliche Nachricht des Tages macht schon weit vor Beginn des gro├čen Spiels die Runde. Und irgendwie hat der Ringberg an diesem besonderen Tag eine besondere Bedeutung. Irgendwo von oben aus seinem Auto heraus schaut Markus Wiegand dem Treiben zu. Er hat Corona-Symptome. Wiegand, die gute Seele des SV W├Âlf, Unterst├╝tzer und R├╝ckgrat des Vereins seit Jahrzehnten, wesentlicher Mit-Organisator des Festes, kann nicht mittendrin sein. Dabei ist er sowieso.
Die Eintracht in der Region. Sie kommt zu den Fans
Ansto├č ist um 19 Uhr. Mittlerweile ist es 17.15 Uhr. Die Ringberg-Arena f├╝llt sich. Eintracht, wohin man nur schaut. Alle in Eintracht-Klamotten. Ein Fan-Shirt erinnert an Tradition, dr├╝ckt Lebensgef├╝hl aus. Fan-Dasein halt. "Du, meine Eintracht, jeden Tag und jede Nacht. Meine sch├Âne Diva vom Main. Nur du bist mein Verein. Schwarz und Wei├č wie Schnee. Nur die SGE."

Charly K├Ârbel

Mo Idrissou

Slobodan Komljenovic

"Eintracht in der Region" hei├čt die Werbe-Kampagne, die Tradition in den Mittelpunkt stellt, Emotionen anzapft und zu der "die Legenden" des Fu├čball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt aufs Land kommen. "Die Eintracht will dahin, wo die Fans sind", sagt der Sportmoderator von "Hit Radion FFH", das die Aktion mit LOTTO-HESSEN unterst├╝tzt. Die Fu├čball-Hymne "Football is coming home", dr├Âhnt aus den Lautsprechern - nur umgedichtet: "Eintracht kommt nach Haus."

Es ist 17.55 Uhr. Zeit f├╝r ein Gruppenbild mit den 45 Jugendlichen, die von kurz nach 16 Uhr unter Anleitung einiger Eintracht-Gr├Â├čen wie Norbert Nachtweih, Manni Binz, Cezary Tobollik und anderen, trainieren durften. Ein Foto, das auch die flei├čigen Social Media-Kr├Ąfte der Eintracht ablichten. Fotograf. Kamerateam. Ein Video-Filmchen hier. Ein Video-Filmchen dort.

Prompt mischt sich ein Team unters Volk. Es f├Ąngt Eindr├╝cke der Fans auf. Auch das geh├Ârt zum Programm. Das dreik├Âpfige Team landet bei J├╝rgen Pempel, Stadionsprecher und langj├Ąhriger Vorstand des FSV Eintracht Stadtlengsfeld. Pempel ist Eintracht-Fan von Kindesbeinen an, wie so viele hier. Schon einmal kam er in den Genuss eines kurzen Video-Drehs. In Hamburg war das. Vor langer Zeit. Das Kamerateam ist nett. Wahnsinnig nett. Glaubw├╝rdig. Und es klaut den Fans die Emotionen von der Seele.

210 Vereine hatten sich beworben bei der Kampagne. 210 ├ť35-Teams. Zehn wurden ausgew├Ąhlt. Auch der SV Wolf. "Ein Wahnsinn. Man kann es mit Worten gar nicht beschreiben. Seitdem bekannt wurde, dass wir den Zuschlag bekommen haben und uns Charly K├Ârbel angerufen hat, steht das Dorf Kopf", sagt Manuel B├Âttinger vom SV W├Âlf ├╝ber Lautsprecher. Sein Verein freut sich ├╝ber die Einnahmen, die nach zwei entbehrungsreichen Corona-Jahren f├╝r jeden Verein auf dem Land elementar sind, wichtiger sei aber, was Eintracht-Legende Charly K├Ârbel betont, dass "die Leute und die Jugend wieder zusammenkommen". B├Âttinger f├Ąllt es leicht, zu erg├Ąnzen: "Wenn man in die Gesichter der Zuschauer schaut: Alle lachen."
Andreas Spie├č: Sind eine Eintracht-Hochburg in W├Âlf

Torjubel beim SV W├Âlf

Die Bank des SV W├Âlf

Ren├ę Dieterich (links) gegen Slobodan Komljenovic

Auch Andreas Spie├č, der Stadionsprecher des SVW, kommt zu Wort. "Wir sind hier eine Eintracht-Hochhburg", sagt er zun├Ąchst. Spie├č, im Team mit Michael Abel und Holger M├Ârmel, ist Mit-Ideengeber des Videos, das der SV W├Âlf einreichte. Die Alten Herren stellten das ber├╝hmte Freisto├čtor des Ungarn Lajos Detari nach, aus dem DFB-Pokal-Finale 1988. "Was k├Ânnte der Piekser sein, um zu gewinnen?", ├╝berlegte das Team. Die gewinnbringende Idee sei nachts im Bett gekommen. ├ťbrigens: Detari, der am Dienstag noch einen Autounfall hatte, war vor Ort in W├Âlf und kickte einige Minuten mit.

Mittlerweile ist es 18.27 Uhr. Der Fanmarsch setzt sich in Bewegung, so hat man den Eindruck. Drei Minuten sp├Ąter - noch eine halbe Stunde ist es bis Spielbeginn - setzt er sich in Bewegung. Vom Ringberg hinunter, der ein zweites Mal ins Spiel kommt. 150 Fans des EFC Eitratal Adler. 50 Fans der M├╝ckenst├╝rmer aus Bad Hersfeld. Dazu Fans der Werratal Adler. Patrick R├Âder von den Eitratatal-Adlern hat die Chose initiiert, zwei Stunden sind sie in Bussen angereist, Pierre M├Âller von den M├╝ckenst├╝rmern tritt sp├Ąter vor das Mikro des FFH-Moderators.
Josef Hahner f├╝hrt den Ansto├č aus - auch Klaus Vaupel betritt die B├╝hne

Endlich beginnt das, weshalb alle gekommen sind. Das Spiel beginnt. Der Vergleich der Einheimischen, in denen der Ehrgeiz brennt, gegen Kicker einst gro├čen Namens. Oder immer noch. Jeder will wissen, was die noch drauf haben. Josef Hahner, der erst vor wenigen Tagen 80 wurde und als 75-J├Ąhriger noch bei den Alten Herren des SV W├Âlf mitkickte, darf den Ansto├č ausf├╝hren. Auch eine Schiedsrichter-Legende der Einheimischen betritt die B├╝hne: Klaus Vaupel, der mit ├╝ber 70 immer noch Spiele der Junioren pfeift.

Die erste spektakul├Ąre Aktion der Partie geh├Ârt - nicht eben unerwartet - der Eintracht. Uwe Bindewald flankt gef├╝hlvoll aus dem Halbfeld, Patrick Ochs verl├Ąngert - und Tobias Nophut, Eintracht-Fan durch und durch, rettet wagemutig und lenkt den Ball ans Lattenkreuz. Dann kann der SVW kl├Ąren. Die SGE streichelt die Kugel - doch W├Âlf geht wenig sp├Ąter in F├╝hrung. Ren├ę Dieterich setzt mit gekonntem Steilanspiel den emsigen Michael Steinhauer in Szene, der Eintracht-Keeper kommt raus, vermag aber nicht richtig zu kl├Ąren - Marcus Weyer profitiert davon und schie├čt die Kugel ins verwaiste Tor. Der SVW f├╝hrt gegen Eintracht Frankfurt - wer h├Ątte das gedacht?
Der Genuss h├Ąlt nicht lange an - Bewegungsreichtum der Eintracht

Doch die h├Ąlt nicht lange an. Binnen zw├Âlf Minuten zieht die Eintracht auf 5:1 davon. Mo Idrissou, der sein erstes Spiel f├╝r die Traditionsmannschaft bestreitet, trifft doppelt - auch Michael Thurk hat von seiner Treffsicherheit nichts verlernt, ihm gelingen zwei seiner insgesamt sechs Tore. Was die "Eintracht-Legenden" f├╝rs Fu├čball-Herz bieten, das ist ein Genuss. Vor allem die Art, wie sich bewegen, macht Spa├č. Immer wieder Kurz-Kommen, immer wieder Spiel miteinander, B├Ąlle klatschen lassen, R├Ąume besetzen - vieles funktioniert noch. Ob bei Rudi Bommer, Slobodan Komljenovic, Thurk, Lothar Sippel oder Kickern, die sich von hinten einschalten.

H├Ątten hiesige Kicker den Spa├č-Fu├čball aufgenommen, sie h├Ątten nichts falsch gemacht. Bommer ist laufstark wie fr├╝her, baut auf, l├Ąsst sich fallen, begibt sich oft in torgef├Ąhrliche Halbr├Ąume, vor allem ├╝ber links - er spielt einfach schlau. Doch der SV W├Âlf wehrt sich tapfer. Er verteidigt trotz allem aufopferungsvoll. Und er wagt sich nach vorn. "Tormaschine" Michael Hohmann und Weyer verk├╝rzen zum 3:5-Pausenstand. Wer gehofft hatte, die Eintracht l├Ąsst nach im zweiten Abschnitt, der hat sich get├Ąuscht. Zehn Tore noch legen die Ex-Profis nach. Jetzt muss der Gastgeber klein beigeben.
Nophut: Jahrelang stand ich in der Kurve. Jetzt sind sie hier. Was willst du mehr?

Das Spiel ist aus. Kids st├╝rmen den Platz. Die SGE erf├╝llt Autogrammw├╝nsche. Und Tobias Nophut, dem zwei Herzen in seiner Brust schlugen und der so toll hielt, sagt mutig: "Die dritte Halbzeit geht an uns." Nachher l├Ąsst er seinen Gef├╝hlen noch frein Lauf. "Jahrelang stand ich in der Kurve. Aufgestiegen, abgestiegen. Und jetzt sind sie hier. Was willst du mehr?"

Erst in den fr├╝hen Morgenstunden des Samstags endet das Erlebnis f├╝r den SV W├Âlf. Erst da macht er den Deckel auf die Geschichte. Jedenfalls f├╝rs Erste. Nein, ein M├Ąrchen war das Ganze nicht. Oder doch? Wenigstens ein bisschen. Es war der 15. Juli 2022. Ein Tag, der in die Geschichte des Vereins eingehen wird. (Walter Kell) +++
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